Folge 87: infas 360 und wie wir den Datenschatz heben

Michael Herter ist CEO von infas 360, einer Tochter des bekannten infas Instituts für angewandte Sozialforschung. Sein Team bietet Kunden in Wirtschaft und Wissenschaft die Analyse von öffentlichen und privaten Datenquellen an, insbesondere wenn es um geobasierte Daten geht.

In den letzten zwei Jahren hat wohl jeder täglich die Inzidenz-Zahlen verfolgt, und dies mit Fokus auf die persönlich interessanten Regionen. Doch die Pandemie hat viel mehr Facetten: Wie hat sich das Leben der Bürger zwischenzeitlich verändert? Welche Auswirkungen haben Pandemie und Gegenmaßnahmen auf die Wirtschaft gehabt? infas 360 hat dazu die öffentliche Plattform corona-datenplattform.de aufgebaut, die einen breiten Blick auf das Geschehen ermöglicht.

Dabei hat sich auch gezeigt: Die Pandemie hält sich nicht an Bundesländer oder regionale Strukturen. Häufig ist der Blick viel zu grobmaschig, um Maßnahmen wie z.B. Impfkampagnen effektiv zu gestalten.

Dabei hilft es, dass Deutschland einer der weltweiten Vorreiter bei geobasierten Daten ist. So liegen z.B. für jedes Gebäude in Deutschland nicht nur exakte 3D-Daten vor, sondern auch teils mehrere Hundert Datensätze, die z.B. die Eignung für Photovoltaik bewertbar machen oder Rückschlüsse auf die Bevölkerungsstruktur ermöglichen. Ein digitaler Zwilling des öffentlichen Raums ist in Entstehung, und Michael Herter kämpft und arbeitet daran, diesen Schatz zu heben: Datennutzen statt nur Datenschutz.

http://www.corona-datenplattform.de
http://www.infas360.de

Folge 73: Nick Traber – Beton & Bytes

Nick Traber ist CEO von Holcim in der Schweiz, einem der größten Baustoffhersteller der Welt. Wir sprechen mit ihm darüber, warum der Bau ohne Digitalisierung heute nicht mehr funktionieren würde. Die digitalen Zwillinge GIS (Geoinformationssysteme) und BIM (Building Information Modeling) werden zur Normalität und vernetzen die komplexen Schnittstellen von Gelände und Gebäuden.

Doch die Produktion von Baustoffen ist ressourcenintensiv. Prädiktive Algorithmen erhöhen die Verfügbarkeit, verringern den Energiebedarf und machen Bauen nachhaltiger.

Doch wie schafft man es, einen traditionsreichen Konzern zum digitalen Champion zu machen? Wir diskutieren mit Nick, was die Bestandteile einer erfolgreichen Transformation sind und wo die Stolpersteine liegen. Soviel vorab: ohne die Mitarbeiter und ihre Fachkompetenz geht’s nicht.

Foto von Quang Nguyen Vinh von Pexels

Folge 36: Landschaftsarchitektur und Digitalisierung – wirklich zwei Welten?

Wir interviewen die Harvard-Professorin Sonja Dümpelmann zum Thema Landschaftsarchitektur – einem sehr analogen Thema, dachten wir zunächst. Aber auch hier schafft die digitale Technik neue Möglichkeiten beim Planen, Simulieren und Visualisieren. Landschaftsarchitekten nutzen inzwischen Tools aus der Film- und Computerspiel-Industrie.

Die Digitalisierung hat aber auch Nachteile – sie verführt zum Einheitsbrei mit schicker Verpackung und wenig Inhalt. Eine große Herausforderung auch für die universitäre Ausbildung: Was die Studenten liefern, ist optisch top, lässt inhaltlich aber kaum noch auseinanderhalten. Wie bringen wir wieder Anspruch und Qualität in eine Welt, in der sich alles downloaden lässt?

Zum Abschluss interessiert uns die Frage, ob wir alle als „Kunden“ der Landschaftsarchitekten mit angewachsenem Smartphone überhaupt noch mitbekommen, dass fast alles unter freiem Himmel bewusst gestaltete Räume sind. Und welche neuen Anforderungen ein digitaler Lebensstil auf die Architektur hat.

Prof. Sonja Dümpelmann

Sonja Dümpelmann

Flights of Imagination: Aviation, Landscape, Design

Flights of Imagination

GIS – Geoinformationssysteme
https://de.wikipedia.org/wiki/Geoinformationssystem